Lage und Ausstattung
Lage
- Öffentliche Einrichtungen sind fußläufig erreichbar
- In der Nähe Einkaufsgelegenheiten, Apotheken, Ärzte, das städtische Klinikum, Kirchen, ein Wochenmarkt
- Möglichkeiten zum Spazieren gehen
- Bushaltestelle direkt vor der Tür sichert den Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel für Angehörige, Mitarbeiter und andere Besucher
Die Ausstattung
Die Einrichtung besteht aus 6 getrennten Gruppenwohnungen mit 12 bis 14 Plätzen, aufgeteilt für unterschiedlich mobile BewohnerInnen.![]()
- im Erdgeschoss zwei Wohngruppen mit jeweils 13 Plätzen für hochmobile, schwer gerontopsychiatrisch erkrankte Bewohner, die einen direkten Zugang zum Garten benötigen
- im Obergeschoss zwei Wohngruppen mit 13 bzw. 14 Plätzen für mittelgradig erkrankte Bewohner ohne ausgeprägten Bewegungsdrang
- im Dachgeschoss zwei Wohngruppen mit jeweils 12 Plätzen für vorwiegend immobile, in ihrer Gehfähigkeit eingeschränkte und bettlägerige Menschen.
Der Lebensmittelpunkt ist der jeweilige Gemeinschaftsbereich. Alle Individualräume sind um diesen Raum herum gruppiert. Bei der Farbgestaltung des Hauses werden helle und harmonische, d.h. keine grellen oder sterilen Farben verwendet, um ausgleichend auf die BewohnerInnen einzuwirken. In den Gemeinschaftsbereichen dienen Bilder und Fotos (auch mit Hinweisen auf die Funktion der Räume) als Orientierungspunkte. Auch das Finden der eigenen Räumlichkeiten wird durch entsprechende Symbole an den Türen erleichtert. Im Gemeinschaftsbereich sind Kram- und Kuschelecken eingerichtet. Die Beleuchtung der Gemeinschaftsflächen ist schlagschattenfrei, dimmbar und erreicht im Durchschnitt 500 LUX Helligkeit.
Diese Wohn-/Raumstrukturen ermöglichen die Aufrechterhaltung eines großen Ausmaßes an Autonomie, sie geben Gelegenheit zu sozialen Kontakten und Begegnungen und bieten Raum für Gruppen- und Eigenbeschäftigung. Leicht einsehbare Räume bieten Sicherheit für Mitarbeiter und BewohnerInnen durch Sichtkontakt in alle Bereiche. Demente Menschen fühlen sich in einer Gemeinschaft, von der sie sich auch zurückziehen können sehr wohl.
Die Überschaubarkeit und der beschützende Charakter der Wohngruppen spielt auch eine große Rolle bei der Vermeidung von Weglauftendenzen. Die Gemeinschaftsräume der Wohngruppen sind mit Unterstützung der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz mit dementengerechten Möbelstücken ausgestattet worden. Die Orientierung an vertrauten Erfahrungen mit Anrichten, Vitrinen Sofas, Sesseln, Tischen und Stühlen aus "alten Zeiten" fördert Wohnlichkeit und hilft, Verhaltensauffälligkeiten abzubauen. Die Möbel tragen dazu bei, Gefühle und Erinnerungen zu beleben und stärken somit Selbstbewußtsein und Selbstvertrauen.
Auch die Gestaltung der Bewohnerräume spielt für die Identifikation und die Orientierung eine große Rolle. Alle Individualräume werden soweit möglich mit eigenen Möbeln aus den ehemaligen eigenen Wohnungen ausgestattet. Bilder der Angehörigen oder des früheren Lebens helfen, das eigene Zimmer als solches zu erleben. Auch die Gemeinschaftsräume stellen viele Bezüge zu den BewohnerInnen her.
Die Gesamtgestaltung des Hauses ist barrierefrei und greift alte Einrichtungsgewohnheiten (z. B. Möbel) der BewohnerInnen auf. Die Gruppenwohnungen sind ausgestattet mit:
- einem großen Wohnzimmer mit halboffener Küche, die auch passive Teilnahme am Gemeinschaftsleben ermöglicht
- Einzel- und Doppelzimmer
- Rundumlaufmöglichkeiten auch innerhalb der Gruppenwohnung
- einem Pflegebad je Etage
- hellen, harmonischen Farben der Decken und Wände
- einer dimmbaren, schlagschattenfreien Beleuchtung von 500 LUX in Augenhöhe
- verschiedenen Kram- und Kuschelecken
- mehreren Schränken mit „spannenden“ Sachen zum Wühlen,
- Räume für Besprechungen, Mitarbeiterräume, usw.
Der Bewegungs- und Sinnesgarten
Um dem Bewegungsdrang vieler dementiell erkrankter Menschen entgegenzukommen, ist ein großer Bewegungs- und Sinnesgarten eingerichtet. Die Gartengestaltung mit einer zentralen Erhebung (Berg) erfüllt hierbei zwei Zwecke. Zum einen stellt der Berg eine wichtige Sichtsperre für den Rundweg dar und fördert damit das Ausleben des Bewegungsdranges der erkrankten Bewohner. Zum anderen ermöglicht der Berg mit seinen geschwungenen Wegen und anderen gärtnerischen Gestaltungselementen in Kombination mit den Brücken und Pavillons einen attraktiven Zugang zum Garten für die Bewohner des 1. Obergeschosses.
Die Pavillons geben dem Garten optische Grenzen und visuelle Reize. Ganz zentral laden sie zum Verweilen und Ausruhen beim Aufsuchen des Gartens ein. Von hier aus kann das Geschehen im Garten und auf den Terrassen beobachtet werden. Als klassische Gartenpavillons sind sie jedoch auch Ort um Kaffe zu trinken, ein Picknick zu machen oder für Besuche. Im Sommer bieten sie einen schattigen Platz, bei schlechterem Wetter bietet die Überdachung einen geschützten Ort im Freien. Ein großes Angebot an duftenden, großblütigen und bekannten Pflanzen (z.B. Schmetterlingsflieder oder Kastanienbaum) lädt zum Spazieren und Verweilen an der frischen Luft ein.
Umgrenzt wird der Garten durch einen ausreichend hohen Zaun, der durch eine gestaffelte Begrünung versteckt wird und so ein Gefühl des Eingeschlossenseins vermeidet. Diese umlaufend geschlossene Begrünung dient der Orientierung.
Die Gestaltung dieses Gartens erfolgte mit freundlicher Unterstützung der Niedersächsischen Bingostiftung für Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit.















